Tuesday, May 19, 2015

anthropologische Prämissen

anthropologische Prämissen,
die es auszuformulieren und anzuwenden gilt



         i.            Nichts was Menschen tun verlässt das Menschliche.
Das ist eine der wichtigsten Prämissen. Und es ist eine starke Herausforderung. Es geht darum anzuerkennen, dass alles menschliches Tun, niemals den Rahmen des Menschlichen verlässt. Und dabei spielt es keine Rolle, ob es um kriegerisches, vergewaltigendes, mordendes, erfindendes, liebendes, bauendes Tun geht. Der Bau eines Roboters, das Führen eines Krieges, das Lieben anderer Menschen, das Reisen, das Kochen, das Verkaufen, das Bauen und Entwerfen: Nichts von dem kann und darf mit Begriffen, welche auf ein Außen verweisen beschrieben werden. Auch der Holocaust ist (leider) menschlich. Mit menschlich ist nicht gemeint, dass es normal ist, und einfach zur Bedingung von menschlichem Sein dazugehört. Damit ist gemeint, dass alle Phänomene, welche Menschen hervorbringen, eben das sind: Von Menschen hervorgebracht. Auch eine Vergewaltigung kann und muss genauso analysiert werden, wie das Backen von Brot: Praxen und nochmals Praxen, Dinge und Akteure. Kein Transhumanismus, keine Unmenschlichkeit. Alle diese Dinge werden gemacht, verweisen auf den Menschen und müssen daher auch so analysiert werden. Alles was Menschen tun verändert das Menschliche, aber es führt es weder obsolet, noch produziert es Evolutionssprünge, noch führt es das Menschlich in ein Unmenschliches. Anthropologisch gesehen ist das Menschliche nichts anderes als eine Analysekategorie, eine Forschungsgegenstand, den es zu ermitteln gilt. Das Menschliche ist Teil dessen, was wir erforschen, und wir erforschen dabei immer die inhaltlichen Aktualisierungen des Menschlichen, welche normativ betrachtet definitiv verwerflich sein können. Die Gestaltung und Ausgestaltung des Menschlichen ist keine Frage nach „was ist der Mensch?“, sondern „was tun Menschen in einer spezifischen Situation mit spezifischen Konsequenzen?“.

       ii.            Es ist ein Fehler das Kulturelle in einer Kultur zu verorten um es dann politisch lösen zu wollen.
Das Kulturelle meint immer: Ströme, Flüsse und Prozesse von Dingen, Menschen, Praxen, Diskursen, Institutionen. Kultur meint immer: abgeschlossene hermetische Systeme von Bedeutungen und Handlungen. Wenn man religiöses Kleiden, zum Beispiel Verschleiern von Frauen, als Eigenart einer muslimischen Kultur versteht, und dann versucht, dies durch politisches Tun zu lösen, ist dies kein Vorgehen, welches für Anthropologen annehmbar wäre. Damit ist nicht gesagt, dass politisches Tun dabei grundsätzlich falsch sei, sondern dass die Arbeit der Anthropologen anders funktionieren sollte. Das religiöse Kleiden einer angeblich muslimischen Kultur ist formal nicht von einem religiösen Kleiden in einer katholischen Kultur zu unterscheiden. Die Inhaltliche Ausgestaltung ist eine andere (die Art der Differenz), allerdings ist häufig die Form der Differenzierung (der Relationierung durch Praxen) eine ähnliche. Anthropologen sollen nicht wie Journalisten eine Kultur beobachten und dann politische Forderungen nach der Änderung von Verhältnissen benennen. Sondern sie sollen die Praxen, Dinge, Diskurse etc. verstehen und beschreiben lernen, und die vielen kleinen Plätze dazwischen, welche ohne Intention und Rationalität sind, bestimmen lernen. Im besten Falle lernen sie die Praxen durch die Feldpraxis zu gestalten.

     iii.            Anthropologisch Forschen heißt Mitmachen. (Förster: Willst du Lernen zu erkennen, lerne zu handeln).
Viele Forschungen basieren nur noch auf Interviews und dem Berichten von Biographien. Nicht, dass das grundsätzlich etwas Schlechtes wäre. Allerdings bleibt dabei die Frage nach dem wissenschaftlichen Mehrwert der Forschung. Erst durch ein Mitmachen, ein Erleben durch Körperlichkeit, erfährt man was passiert. Diffraktion statt Reflexion (oder zumindest mehr davon) machen das Erlebte analytisch fruchtbar und verwendbar. Teilnehmende Beobachtung heißt teilnehmen und lernen wie etwas gemacht wird, durch den eigenen Körper (verweis auf v.). Ein sich hieran anschließendes Problem ist das Forschen in Bereichen, die wir körperlich nicht erfahren wollen und auch sollten, wie Gewalt, Krieg und Hass in Gänze. Es wäre natürlich epistemisch gewinnbringend eine Forschung zu Ausgrenzung, Mord und Vergewaltigung zu machen – aber nichts davon im Hier und Jetzt und im Namen der Anthropologie. Wie weiter unten geschrieben ist die Basis für anthropologisches Forschen das Demokratische und das Humanistische. Hiervon müssen wir ausgehen: Alles was diese beiden Bereiche korrumpiert ist zwar eigentlich genau deswegen erforschenswert, aber mit einer Teilnehmenden Beobachtung nicht erforschbar. Für diese Phänomene müssen wir andere methodologische Mittel und Wege finden, welche sie dennoch anthropologisch verhandel- und darstellbar machen, da sie definitiv zum Bereich des Menschlichen gehören (auch wenn uns das nicht gefällt). Wenn wir verstehen und erklären könnten wie Gewalt geschieht, hätten wir einen großen Schritt getan. Gegenwärtig müssen wir dies aber vielerorts noch den Soziologen und Psychologen überlassen, bis wir uns darüber im Klaren sind, wie wir dies verstehen und erklären können.

     iv.            Um etwas anthropologisch beschreiben zu können benötigt man eine formal neutrale Sprache, welche Differenzen nicht voraussetzt aber benennen kann.
Wir benötigen Begriffe wie Dinge, Praxen, Akteure, Institutionen, welche Platz für die unterschiedlichsten Differenzierungen lassen, diese allerdings von vornherein nicht benennen. Die Art und Weise wie sich Menschen ihre Identität, ihr Subjektsein, ihr Weltverorten machen, sind überall vollkommen unterschiedlich. Aber sie alle fungieren nach „der Mensch praxt“, oder „der Mensch relationiert“. Wir schaffen damit wieder eine Verbindung von den Menschen (der inhaltlichen Ausgestaltung von Differenz) und dem Menschen (der generellen Relationierung).

       v.            Der Mensch praxt.
Alle Menschen verbindet eine Gemeinsamkeit in ihrem So-Sein: Alle Menschen praxen. Das heißt: Alle Menschen versuchen durch verschiedenste Relationen zu Menschen, Dingen, Umwelten etc. eine viable Lebenswirklichkeit zu erzeugen. Alle Relationen sind grundsätzlich als Verbindungen von Mensch|Kultur|Natur zu Natur|Kultur|Mensch zu Kultur|Natur|Mensch zu verstehen. Diese Dreifachnennung verweist an erster Stelle immer auf den ersten Ansprechpartner, und dessen Verwobenheit zu allem. Das Messen von einem Blutwert von einem organtransplantierten Menschen ist bspw. nicht als Kontrolle, sondern als Verhandelbarmachen des anderen Menschen zu verstehen. Sein So-Sein (ich fühle mich schlecht), muss für andere Menschen verhandelbar gemacht werden. Wir Menschen können nach wie vor nicht die Gedanken anderer lesen, oder nur durch den Blick auf den Körper „wissen“, wodurch sich des Anderen So-Sein auszeichnet. Dieses Wissen, was nichts anderes ist, als durch Praxis entstandenes Wissen-zu-Tun, muss eben erst durch unterschiedlichste Praxen hergestellt werden. Jegliche Praxis ist daher zu verstehen als ein Verhandelbarmachen von unterschiedlichsten Kultur|Naturen, sowohl von Dingen, als auch von anderen Menschen, Umwelten, Ökologien. Praxis ist zu verstehen als ein Sich-verorten, sich eine Welt-zugänglich-machen, sich-eine-Welt-machen, sich so zu sein. Darin sind sich alle Menschen gleich, und darin können sie analysiert werden.

     vi.            Die Grundlage für die anthropologische Analyse bildet das Humanistische und das Demokratische.
Es muss deutlich gesagt sein, dass eine wissenschaftlich relevante Forschung nur auf dem Nährboden demokratischer Verhältnisse geschehen kann, und dass die kritische Einschätzung des Erforschten nur humanistisch beurteilt werden kann. Das heißt erstens, dass Anthropologen das Demokratische verteidigen müssen als Grundlage ihrer Forschung (und das gilt für alle Wissenschaften). Und dass sie immer das Humanistische im Auge behalten müssen. Damit ist gemeint, dass es humanistisch universelle Ideale geben muss, die zeitlos gelten, wie Menschen sollen andere Menschen nicht unterdrücken, foltern, ermorden etc. Damit ist gleichzeitig gesagt, dass die Anthropologie (aber es handelt sich hierbei wohl um alle Wissenschaften), eine (wie Philosophen sagen würden) normative Wissenschaft ist. Der Unterschied ist, dass wir uns damit auseinandersetzen (müssen), und dies sogar in die Forschung einfließen lassen müssen. Viel zu lange sind Ideen herumgegeistert (und sie tun es teilweise immer noch), die einerseits behaupten die Wissenschaften seien grundsätzlich apolitisch oder grundsätzlich politisch. Keines von beidem ist so hinzunehmen. Wir müssen schon genau hinsehen, um welche Zusammenhänge des Politischen oder Subpolitischen geht, die wir erforschen, oder dessen Teil wir werden durch unsere Forschung. Es steht dem auch nicht im Wege nach einer Forschung sich politisch zu engagieren, um Gegenwart zu gestalten. Aber dieser Punkt ist gar nicht das Wesentliche, sondern, dass erster Ausgangspunkt für die Anthropologie nicht das Objekt steht, sondern der Anthropologe. Wir müssen uns in der Welt verorten, und ich sage dazu, dass diese Verortung zunächst auf Basis des Humanistischen und Demokratischen erfolgen muss.
Dieser Aspekt ist sehr wichtig. Man könnte bspw. eine Forschung im rechtsradikalen Bereich machen, und müsste – wenn man nach Objekt zuerst geht – mit einer teilnehmenden Methodologie aufwarten. Aber aus normativen Gründen kann keine Wissenschaft auf der Welt dazu bereit sein nur um Erkenntnisse zu  produzieren, bei rechtsradikalen Bewegungen mitzumachen. Und so kann es passieren, dass eine Methodologie normativ nicht zulässig ist. Wenn man dennoch dieses Thema untersuchen möchte, muss eine andere Methodologie her, die allerdings nicht den Fehler begehen darf epistemisch unterernährt zu sein. Man sollte sich dann der Frage stellen, ob es Arbeitsgegenstände gibt, die man lieber anderen Disziplinen überlassen sollte (wie bspw. der quantitativen Soziologie), um den normativen Ausgangspunkt der Forschung nicht zu gefährden. Das heißt außerdem eine Stärkung des Respekts anderer Disziplinen gegenüber und die Aufforderung sich ihnen kollaborativ zu nähern. Man sollte sich dem Gedankengang hingeben, dass es anthropologische oder ethnographische Forschung geben kann, welche strafrechtlich relevant sein kann (wobei auch dies für alle Wissenschaften gelten sollte).

   vii.            anthropologische Phänomene sind:
a.       etwas, das man vorfindet (vereinfacht gesagt für irgendwie entstanden)
b.      etwas, mit dem man umgeht (Geschlecht, Autos, Stadt)
c.       etwas, das man dadurch verändert
d.      etwas, das einen dadurch verändert.

 viii.            Keine genialen Gedanken, sondern plausibilisierendes Schreiben
Gerade die Anthropologie hat eigentlich ein schwieriges epistemologisches standing. Einerseits möchten und sollen wir empirisch arbeiten, andererseits können wir dies nicht wie ein Physiker tun. Aber tut es der Physiker überhaupt streng rational und mit neutralen Daten? Die gesamte Forschung der STS und der Medizinanthropologie haben uns gezeigt, dass dem nicht so ist. Das löst das Problem zwar nicht, aber verrückt es zu unseren Gunsten. Die Perspektive der philosophy in fieldwork ist uns dabei fruchtbringend. Wir sollten uns nach wie vor als Geisteswissenschaftler verstehen, und weniger als Sozialwissenschaftler. Damit ist wiedermal nicht gesagt, dass wir nicht auch sozialwissenschaftliche Methoden anwenden sollten, oder uns um soziologische Fragen bemühen könnten. In der Soziologie gibt es aufgrund des Praxisgeschehens aber hier und da doch einen Unterschied im Umgang mit der Welt des Menschlichen. Und diesen Umgang mit der Welt des Menschlichen sollten wir eben pflegen, und ihn nicht primär als einen Umgang mit dem Sozialen oder Kulturellen verstehen: Menschen, die Dinge machen, und mit sich machen lassen, und ihre in der Dunkelheit des Dazwischen liegenden Effekte. Sie sind so oft nur körperlich, nur emotional, nur irgendwie begreifbar. Und genau deshalb ist es nicht ein genialer Gedanke, den ein/e AnthropologeIn hat und ihn nach Außen trägt – wie so oft vorgeführt von Eric Woolf, Michael Herzfeld, und anderen. Als Geisteswissenschaftler stützen uns keine Daten im Sinne von Statistiken, sondern einzig und allein unser Schreiben. Die Writing Culture Debatte hat gezeigt wie hochgradig problematisch genau dieser Umstand ist. Aber die Nachverhandlungen der Writing Culture Debatte, ihre Produkte, Triebe und Konsequenzen haben den Raum geöffnet für eine völlig neue Epistemologie des wissenschaftlich-anthropologischen Schreibens. Es ist nicht das Herausbrüllen einer These, welche einen Umstand anprangert, sondern die detaillierte Herleitung eines Inwiefern. Und diese Herleitung soll eine echte Brücke darstellen, welche gerade die Anthropologie im Stande sein sollte zu vollbringen: Das Verstehen in der Forschung lässt uns das Inwiefern erkennen, und das Erklären im Schreiben lässt es uns für die Anderen plausibel und nachvollziehbar machen. Und da wir wissen sollten, dass Wissen eben nicht nur durch Fakten und rationales Erfassen transportiert wird (jeder Raucher weiß, dass Rauchen schädlich für ihn ist), sondern auch viel mehr durch Emotionen und Praxen, dann ist es nur ein logischer Schluss (und er war es schon viel früher, als ich hier anfing zu schreiben), Wissen im Schreiben zu vermitteln.

     ix.            Begeisterung für Phänomene wecken
Wenn die Anthropologie wieder eine epistemisch gefestigte Methodologie hat, oder wenn jeder anthropologisch Arbeitende wieder eine epistemisch gefestigte Methodologie hat – also eine Methode, welche sich um die ontischen Zustände des Inwiefern bemüht -, dann muss auch eine grundsätzliche Neugierde für das Menschliche erwachsen. Unabhängig von der normativen Basis unserer Forschung durch unser eigenes in der Welt sein als Forscher, sollten eben nicht nur subjektive Themen für die Forschung relevant sein, sondern das Subjektive in allen anderen Phänomen sich wiederfinden lassen. „Der Hunger kommt während dem Essen“ muss ein charakterisierender Satz der Forschung werden. Anthropologen sollten im Gegensatz zu Philosophen in der Lage sein, sich mit einem ihnen vorgesetzten Arbeitsgegenstand auseinander zu setzen und eine Aussage darüber zu generieren (wie bei den Soziologen). Das heißt, dass man eine grundsätzliche Neugierde für das Menschliche entwickeln muss, und damit auch eine grundsätzlich reflexive Ignoranz des Menschlichen: Nicht zu wissen was andere tun, aber genau deswegen es erforschen wollen. Den Gang zum Bäcker, den Umgang an der Börse, das Konfligieren in der Politik, all das sollte zunächst unter „was machen die da eigentlich?“ fallen. Nur diese Einstellung wird dabei helfen, für phänomenologische Details wach zu bleiben. Letztlich heißt dies auch nicht zu schnell in eine Kritik der Phänomene zu verfallen, sondern wie ein Ermittler „bis zum letzten Beweis wach zu bleiben“, und sich nicht vorschnell mit ersten Indizien zu beschäftigen.

       x.            Bombardement statt Kritik
Wenn die bisherigen Punkte befolgt werden, sollte es möglich sein, sogar die Form der Kritik zu ändern, und sie in ein Bombardement zu wandeln. Statt Verhältnisse zu kritisieren, soll die anthropologische Forschung ein breitflächiges Bombardement des gesamten erforschten Gefüges ermöglichen, welche dann sogar aus den eigenen Reihen herauskommt, wenn man durch teilnehmende Beobachtung ein echter Mitmacher ist. Das heißt während der Forschung bereits kollaborativ die Forschungspartner in ihrem Umgang zu beeinflussen, und durch das Schreiben die dicken Makel des Gefüges aufreißen und aufzeigen. Der Poststrukturalismus muss uns eines gezeigt haben: Dass die Suche nach „einem Schuldigen“ oder „einem Fehler“ weder möglich, noch sinnvoll, noch überhaupt gerechtfertigt ist. Die Dezentrierung des Subjekts, des Menschen, der Praxen, der Dinge, der Verhältnisse, der Systeme und vor allem der Kausalität muss uns dazu hinleiten, nicht den/das Schuldige/n ausfindig machen zu wollen, sondern ein Gefüge aufgrund seiner demokratischen und/oder humanistischen Mangelhaftigkeit zu bombardieren. Und dabei wird nicht nur eine Person (der Investmentbanker), oder ein Phänomen (der Kapitalismus) ausfindig zu machen sein, sondern die Mannigfaltigkeit an Praxen, Lebenswirklichkeiten, Menschen und Dingen, welche letztlich im Resultat bspw. bei uns als Forscher eine subjektive und emotionale Kränkung entstehen lassen. Dass was Helen Verran als epistemic disconcertement bezeichnet, ist hier ein (intra-)subjektives Unbehagen, dass genau so in die Forschung Einfluss finden muss. Wenn man es schafft ein Gefüge eben in seinem Charakter der Gefügigkeit zu beschreiben (das heißt in seinem relationalen Sosein, in der Ökologie des Prozesses), und damit phänomenologische Konsequenzen aufzeigen kann, dann kann man dieses Gefüge auch genau darin bombardieren inwiefern es ist, durch die Phänomene selbst, die es hervorbringt: Praxen, Menschen, Dinge, Akteure, Diskurse etc.


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